Was kann ein Lektorat leisten
– und was kann es nicht?

 

Du fragst dich, ob ein Lektorat deiner Bachelorarbeit oder Masterarbeit sinnvoll ist?

Ich erläutere dir kurz, was ich für dich tun kann – und was ich nicht zu meinen Aufgaben zähle. Danach solltest du entscheiden können, inwieweit sich ein wissenschaftliches Lektorat für dich lohnt.

 

Erster Durchlauf – Korrekturlesen

Zuerst stellt sich bei einem Lektorat die Aufgabe, dass der Text in Bezug auf Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung fehlerfrei ist. Der Text wird daher zunächst auf die genannten Aspekte überprüft, inklusive der Kontrolle von

      • Silbentrennung,
      • Anführungszeichen,
      • Binde- oder Gedankenstrichen und
      • mehrfachen Leerzeichen.

Fallen Probleme mit dem Layout auf, werden diese angemerkt. Liegen bei einem Begriff verschiedene Schreibweisen vor, werden diese vereinheitlicht; wenn sich das Problem durch die gesamte Arbeit zieht, werden Hinweise mit Formulierungsvorschlägen gesetzt. Hast du eine geschlechtsneutrale Schreibweise gewählt, das sogenannte Gendern, überprüfe ich diese ebenfalls auf Einheitlichkeit. 

Besonders relevant bei einem Korrekturlesen für Ingenieure und Naturwissenschaftler: Es erfolgt die Kontrolle der korrekten Darstellung von Größen, Einheiten und Gleichungen.

 

Zusammengefasst heißt das, beim ersten Durchlauf handelt es sich erst einmal um eine reine Korrektur.

An dieser Stelle fragst du vielleicht:

 

Kann ich das Korrekturlesen nicht selbst erledigen?

Meiner Meinung nach ist das nicht in der gebotenen Qualität möglich, vor allem dann, wenn die Zeit drängt. Ich begründe meine Auffassung kurz, indem ich auf drei Herausforderungen hinweise, mit denen du beim Korrekturlesen eigener Texte konfrontiert wirst:

 

1. Fehlerhafte Ergebnisse von Korrekturtools

 

Tools wie die Rechtschreibkorrektur von Microsoft Word sind fehlerbehaftet. Die Silbentrennung von Word solltest du nie unbeaufsichtigt lassen, da das Programm Silbentrennungen im Stil von „Vide-oclip“ oder „Nichtrost-ende Stähle“ fabriziert.

Außerdem hat Word ein Problem mit zusammengesetzten Substantiven.
Beispielsweise merkt es Lifecycle als Fehler an und schlägt stattdessen Life Cycle vor. Mit dem Wort Zerspanvorgänge kann Word auch nicht viel anfangen und findet Zerspan Vorgänge korrekt.

Word erkennt das Wort Zerspanvorgänge nicht

 

Nicht nur, dass Word beide Male danebenliegt – es suggeriert dem Nutzer zusätzlich, dass dieses falsche ‚Suchmaschinendeutsch‘ in Ordnung wäre. Manch einer lässt sich davon verunsichern. (Amüsant ist das beschrieben in „Dem Wahn Sinn eine Lücke“ von Bastian Sick.)

Die automatisierte Rechtschreibprüfung der Dudenredaktion kann zwar bei Zerspanvorgängen weiterhelfen und merkt Life Cycle als Fehler an, Lifecycle fehlt hingegen in dem Nachschlagewerk. Verständlich, der Duden ist ein Rechtschreibwörterbuch der deutschen Sprache, jedoch Lifecycle noch kein eingedeutschtes Wort.

Beispiel Duden Mentor

Immerhin: Lifejacket, Lifevest, Lifestyle und Lifehack sind im Duden bereits aufgeführt.

Der Umgang mit Fremdwörtern gehört jedenfalls zu den schwierigen Themen der deutschen Rechtschreibung. In Abschlussarbeiten ist die Fremdwortdichte – insbesondere bei wissenschaftlichen Arbeiten der Fachrichtungen BWL oder Management – oftmals signifikant hoch.

Hast du die Zeit, das alles zu recherchieren?

    •  

2. Die Zeit

 

Wie viel Zeit kostet es dich, bei sämtlichen Fragen eine Recherche anzustellen? An den Nachschlagewerken liegt es nicht, denn diese sind reichlich vorhanden. Verlässliche Quellen sind beispielsweise

      • Duden: Die deutsche Rechtschreibung,
      • Duden: Wörterbuch medizinischer Fachbegriffe,
      • Duden: Lexikon Wirtschaft A-Z,
      • Duden: Sprachliche Zweifelsfälle,
      • Duden: Das Fremdwörterbuch,
      • DWDS – Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache,
      • Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS),
      • das aktuelle amtliche Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung,
      • DIN 5008.

Allerdings ist es zeitraubend, die Informationen zusammenzutragen. Regeln und deren Ausnahmen müssen nicht nur recherchiert, sondern auch korrekt interpretiert werden. Dir kann es dabei egal sein, wie aufwendig sich das für mich gestaltet. Dabei gilt: Je mehr Erfahrung ein Lektor hat, desto schneller und sicherer verläuft der Korrekturprozess.

Zahlreichen Fragen bzw. Zweifelsfällen bin ich bereits begegnet. Entweder kenne ich die Antworten, oder ich investiere meine Zeit in die Recherche.

Vielleicht hast du aber gar keine Fragen, weil du deine Fehler noch nicht bemerkt hast?

Damit wären wir beim nächsten Punkt:

 

3. Deine Betriebsblindheit

 

Vor der Betriebsblindheit für eigene Fehler sind auch routinierte Autoren und Autorinnen nicht gefeit. Je besser du deinen Text kennst, desto eher ergänzt du deine Formulierungen aus dem Gedächtnis und fliegst über sie hinweg. In der Regel liest du nur noch das, was da stehen soll, und nicht das, was da tatsächlich steht. Und schon übersiehst du Fehler, die dir bei anderen sofort ins Auge springen würden.

Lektoren/Lektorinnen lesen den Text jedoch mit frischen Augen und kennen Tricks, wie sie ihr Gehirn überlisten. Dieses schaltet nämlich gerne auf Autopiloten und erfasst Worte als Ganzes, statt die Reihenfolge der einzelnen Buchstaben wahrzunehmen.

Betriebsblind wirst du auch gegenüber Aussagen, die deine Leserschaft nicht verstehen kann – oder nicht verstehen will. Es ist nämlich der Job deiner Professorin bzw. deines Professors, dich absichtlich falsch zu verstehen, bis du dich nicht zwingend eindeutig ausgedrückt hast. Wenn du tief in deinem Thema steckst, ist es oftmals schwer zu beurteilen, ob eine Formulierung präzise genug ist, da du über Detailwissen verfügst, welches deinem Leser für das Verständnis unter Umständen fehlt.

Aber da sind wir schon beim nächsten Kapitel:

Zweiter Durchlauf –

Stilfragen, Verständnis und der rote Faden

 

roter Faden mit Nadel

Ist dein Text grammatisch und orthografisch fehlerfrei, werden Aufbau und Argumentation überprüft. Es geht um den berühmten „Roten Faden“ und die Verständlichkeit. Das heißt, dein Lektor bzw. deine Lektorin denkt mit.
Spätestens hier wird klar, wieso du dich für einen Lektor entscheiden solltest, der sich mit deinem Fachgebiet auskennt.

 

1. Verständlichkeit

 

Dabei ist es jedoch nicht so, dass beispielsweise eine Bachelorarbeit der Fachrichtung Maschinen- und Anlagenbau lediglich von Ingenieuren/Ingenieurinnen der Fachrichtung Maschinenbau verstanden werden kann. Die Grundlagen, auf denen die einzelnen Spezialisierungen aufbauen, sind letztendlich gleich. Das Grundverständnis zu Themen wie

    • Werkstofftechnik,
    • Thermodynamik,
    • Stabilitätsberechnungen,
    • Höhere Mathematik,
    • Physik,
    • Chemie,
    • Elektrotechnik,
    • Mess- und Regelungstechnik,
    • Programmierung oder auch
    • betriebswirtschaftliche Betrachtungen,
    • Managementmethoden sowie
    • Normen und rechtsverbindliche Vorschriften

verbindet die Einzeldisziplinen miteinander, sodass ein fachübergreifendes Verständnis vorhanden ist. Insofern bin ich sehr wohl in der Lage, Abschlussarbeiten von Bauingenieuren, Maschinenbauingenieuren, Geologen, Informatikern, Wirtschaftsingenieuren als auch Studenten der BWL, Logistik oder Business Administration zu verstehen und ein Feedback zur Verständlichkeit zu geben.

Zudem ist es eine Anforderung an wissenschaftliche Texte, dass diese auch von akademisch gebildeten Lesern nachvollzogen werden können, die aus anderen Fachrichtungen stammen. Du verlierst durch die intensive Beschäftigung mit deinem Thema jedoch die nötige Objektivität, um den Text aus der Perspektive fachfremder Leser zu betrachten. Auch hierbei kann dir deine Lektorin helfen.

 

2. Argumentationsketten

 

Die Logik von Aussagen kann nur von einem menschlichen Leser überprüft werden. Ich will Softwares nicht ihre Nützlichkeit absprechen, jedoch sind hier lediglich Maschinen am Werk, die nicht in der Lage sind, die Stringenz einer Argumentationskette zu bewerten. Wissenschaftslektoren können dir hingegen eine klare Rückmeldung zum Aufbau und zur Logik deiner Abschlussarbeit und zur Vollständigkeit deiner Argumentation geben.

Das ist fast vergleichbar mit Betreuern von der Uni, die deine Abschlussarbeit vor Abgabe einmal lesen und dir Rückmeldung geben, an welchen Stellen du in welcher Form nacharbeiten solltest, damit du eine entsprechende Note bekommst.

 

3. Akademischer Stil

 

Insbesondere bei Bachelorarbeiten, der ersten größeren wissenschaftlichen Arbeit, sind sich Studenten unsicher, ob der Text den akademischen Konventionen entspricht. Der wissenschaftlich distanzierte Stil erfordert etwas Übung, so treten in wissenschaftlichen Arbeiten häufig Fehler wie „man“-Konstruktionen, schwammige Formulierungen, falsche bzw. uneinheitliche Zeitformen oder verworrene Satzkonstruktionen auf.

Bei einem Lektorat werden nun stilistische Unebenheiten geglättet, ohne in den Inhalt einzugreifen. Fehler im sprachlichen Ausdruck werden behoben, Satzkonstruktionen umgestellt, Umgangssprache durch neutrale Formulierungen ersetzt.

Wirken Aussagen subjektiv, irrelevant, unvollständig oder unpräzise, wird darauf hingewiesen. Zudem hinterlasse ich Anmerkungen mit Formulierungsvorschlägen bzw. mit klaren Hinweisen, welche Aspekte konkretisiert werden sollten.

Das kann mein wissenschaftliches Lektorat nicht leisten

 

Illustration

 

1. Keine Garantie der Plagiatsfreiheit

 

Ich weiß, wie man korrekt zitiert. Mit den verschiedenen Zitiersystemen kenne ich mich aus. Deshalb werde ich die korrekte Zitierweise in deiner Arbeit prüfen und dir eine Rückmeldung geben. Jedoch führe ich keine Plagiatsprüfung durch.

Warum?

Zum einen würde ich dabei nichts tun, was du nicht ebenfalls machen kannst: Deine Arbeit auf einem der bekannten Server hochladen. Beispielsweise

Zum anderen sichere ich meinen Kunden Verschwiegenheit zu. Deshalb werde ich die mir anvertrauten Arbeiten weder aus den Händen geben, noch im Internet hochladen. Um Missverständnisse zu vermeiden, möchte ich an dieser Stelle jedoch hervorheben, dass es sich bei meinem Lektorat um einen legalen Service handelt.

Ein weiterer Grund, weshalb ich keine Plagiatsprüfung anbiete, ist, dass Softwares lediglich ‚dumme Maschinen‘ sind, die Texte mit Daten einer Datenbank abgleichen. Wie umfangreich diese Datenbanken sind, weiß letzten Endes nur der Anbieter der Software. Es ist möglich, dass ein Plagiat bei der von mir genutzten Software unentdeckt bleibt, bei der von deiner Uni genutzten Software jedoch nicht, da dort weitere Datenbanken einbezogen werden. Da Folgen eines Plagiats schwerwiegend sind, kann und will ich daher keine Verantwortung übernehmen.

Wie das Team um die Informatikerin Debora Weber-Wulff von der Hochschule für Wirtschaft und Technik Berlin (HTW Berlin) zudem feststellt:

„Sogenannte Plagiatserkennungssoftware findet keine Plagiate, sondern nur identische Textstellen. Die endgültige Entscheidung darüber, ob ein Text ein Plagiat ist oder nicht, muss von der zuständigen Lehrkraft getroffen werden. Die Software sollte nur ein Hilfsmittel, aber kein Prüfstein sein. Blindes Vertrauen in automatisch generierte Plagiatsberichte ist unverantwortlich.“

[Quelle: https://plagiat.htw-berlin.de/software/2013-2/]

Plagiat entdeckt – was nun?
Das ist ebenfalls zu bedenken. Wird ein Plagiat entdeckt, ist der nächste logische Schritt die Frage nach einer Plagiatsbereinigung. Hierfür ist ein Umschreiben der Textpassagen notwendig. Da das jedoch nicht den Grundsätzen guter wissenschaftlicher Arbeit entspricht, grenze ich mich hiervon ab.

 

2. Kein Ghostwriting

 

Lektoren sind keine Ghostwriter. Die ethische Grenze zum Ghostwriting werde ich nicht überschreiten. Dein Text ist dein Text, der aus deiner Feder stammt. Ich werde deine Arbeit weder ganz noch in Teilen verfassen.

Du hast dafür die Gewissheit, dass du mit einem Lektorat eine legale Leistung in Anspruch nimmst.

 

3. Keine abschließende Formatierung

 

Ich bin mit Word versiert, zudem weiß ich, wie Verzeichnisse aussehen müssen, besonders das Literaturverzeichnis, jedoch auch Abbildungsverzeichnis, Tabellenverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis.
Jedoch bin ich keine Layout-Expertin.

Da jede Uni in der Regel ihre eigenen Vorschriften zur Formatierung wissenschaftlicher Arbeiten hat, würde es meine zeitlichen Kapazitäten übersteigen, mich mit den jeweiligen Vorschriften im Detail auseinanderzusetzen. Jedoch werde ich dich darauf hinweisen, wenn ich Unregelmäßigkeiten feststelle (beispielsweise abweichende Schriftgröße, falsche Formatierung der Überschriften, Verwendung von mehrfachen Leerzeichen statt der Tab-Taste) oder wenn allgemeine Fehler in den Verzeichnissen vorliegen.

Unis stellen für das Layout üblicherweise Vorlagen zur Verfügung. Wenn du mit diesen arbeitest, hast du die größten Layout-Hürden bereits genommen.

 

 

Als Ingenieurin und Wissenschaftslektorin mit Schwerpunkt Ingenieur-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften unterstütze ich dich gerne bei deiner Bachelorthesis, Masterthesis oder Dissertation.

Ich freue mich auf deine Anfrage:

Tel. 0176/78014379, birgit@ingenieur-wissenschaftslektorat.de